Naturschutz

Die Naturschutzaktivitäten unserer Ortsgruppe umfassen schon seit langem ein weites  Feld:

Bereits 1976 ging von der Ortsgruppe Marbach die Aktion „Schützt unsere Hecken“ aus: Alle Hecken und Feldgehölze des Gemeindegebietes wurden fotografisch und in Karten festgehalten. Seitdem wird ein wachsames Auge auf diese wertvollen Landschaftselemente geworfen. Die Beeinträchtigungen haben deutlich abgenommen, dennoch muss alle paar Jahre zusammen mit anderen Vereinen und Gruppen eine „Heckenputzaktion“ durchgeführt werden.

1978 wurde von der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Stuttgart der Hohlweg „Reutgässle“ südlich der Stadt nahe der Poppenweiler Straße von Müll befreit und wieder begehbar gemacht, einige Tümpel am Wegesrand und in der Nähe wurden wieder hergestellt. Bereits damals haben Mitglieder der Ortsgruppe nach der Arbeit des Baggers und der Planierraupe mit Handarbeit die Wegböschungen und die Hecken in Ordnung gebracht. Etwa alle zehn Jahre müssen die groß gewordenen Sträucher behutsam zurückgestutzt werden, sonst wäre der Weg bald nicht mehr begehbar. Etwa ein Dutzend Nistkästen wurden aufgehängt und werden seitdem jährlich betreut.

Auch bei der Pflanzung von etwa 30 Obstbäumen auf einer stadteigenen Wiese im Gewann Vogelgraben, ebenfalls nahe der Poppenweiler Straße, war die Ortsgruppe 1990 beteiligt; zehn Jahre zuvor war eine ärgerliche Baumrodungsaktion durch den Pächter erfolgt.

Das größte Projekt der Ortsgruppe jedoch ist die die Bachpatenschaft für den Sulzbach auf der Gemarkung Rielingshausen vom Quellgebiet am Ortsrand auf eineinhalb Kilometer Länge bis zur Markungsgrenze Steinheim. Nach der Flurbereinigung in den 1960er Jahren war das Sulzbächle eine öde Wasserrinne, mit Sohlschalen befestigt und auf 200 Meter Länge in einem Betonrohr verlaufend. 1986 wurde der Bach in einer Gemeinschaftsaktion von der Bezirksstelle für Naturschutz Stuttgart mit der Stadtverwaltung Marbach wieder ans Tageslicht geholt. Die Sohlschalen wurden herausgerissen und dem Bach ein naturnahes mäandrierendes Bachbett gegeben. Mit dem Bagger wurden starke Weidenäste tief in das Erdreich getrieben. Was zunächst grotesk aussah, trieb schon nach wenigen Wochen frisches Grün und wird seither als Kopfweiden gepflegt.

1987 übernahm die Albvereins-Ortsgruppe eine Patenschaft für das Sulzbächle: Ein gutes Dutzend Aktive bepflanzte einen Abschnitt von zunächst rund 300 Meter Länge und erhielt dafür vom Landkreis Ludwigsburg den „Umweltpreis für intakte Umwelt“. Abschnitt für Abschnitt wurde der Sulzbach von der Naturschutzverwaltung renaturiert; unterhalb der Pumpstation erhielt er auf 200 Meter Länge ein ganz neues Bett. In weiteren Aktionen wurden von den Albvereinlern 600 Meter mit Eschen, Erlen, Pfaffenhütchen, Holunder, Wasserschneeball, Feldahorn, Wasser-Schwertlilien und Hartriegel bepflanzt.

Sulzbach 1993                                Sulzbach 2012

Für die modellhafte, vorbildliche Renaturierung eines Baches einschließlich der Entfernung von Betonrohren und Sohlsteinen erhielt die Stadt Marbach und unsere Ortsgruppe am 2. Dezember 1991 den „Kulturlandschaftspreis“ des Schwäbischen Heimatbundes. Umweltminister Dr. Erwin Vetter pflanzte bei der Übergabefeier unterhalb der Pumpstation einen Bergahorn, der zwischenzeitlich zu einem stattlichen Baum herangewachsen ist.

Seit 1990 pflegen wir das Ufergehölz des Sulzbaches Jahr für Jahr, sägen und schneiden die Kopfweiden zurück und lichten zu dicht gewordene Gehölze aus, damit Licht und Sonne das Bächlein erreicht und so neben schattigen auch sonnige Partien entstehen, die für eine reiche Lebewelt von Bedeutung ist.

Eine Pflegeaktion im Gewann „Stadtäcker“ im Eichgrabental südlich der Stadt verdient ebenfalls Erwähnung. Das „Auf-den-Stock-setzen“ der Hecken dient der Verjüngung und wird abschnittsweise durchgeführt, um die Eingriffe so klein wie möglich zu halten. Sinn dieser schweißtreibenden Aktionen ist es, alle Altersstufen von Sträuchern in den Hecken zu haben und damit vor allem der Vogelwelt optimale Voraussetzungen zu verschaffen.

                                              Stadtaecker

Beide Aktionen, am Sulzbächle und im Gewann Stadtäcker, sind schon zur Tradition geworden und bestimmen seit 1987 Jahr für Jahr die Kalender der Naturschützer der Ortsgruppe: Ende Januar die Gehölzpflege am Sulzbächle und Mitte Februar im Gewann Stadtäcker. Der städtische Bauhof bereitet die Maßnahmen professionell vor, und die Stadtverwaltung übernimmt auch Organisation und Kosten für das Vesper. Vor allem bei der Pflege der Hecken und Bachgehölze in den „Stadtäckern“ sind auch Mitglieder anderer Vereine, manchmal auch Landwirte und Stadträte dabei; über die Marbacher Zeitung wird jedesmal auch die Bevölkerung zu den Aktionen eingeladen. Das Miteinander mit anderen Gruppierungen ist den Albvereinlern bei den Naturschutzarbeiten sehr wichtig.